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Misteln

Zum Ende des Jahres, im Dezember sieht man sie wieder häufig, auf ländlichen Weihnachtsmärkten, gold oder silbern angesprüht, einzelne Zweiglein mit roten Schleifen oder größere kugelförmige Büsche , die dann besonders eindrucksvoll sind, wenn sie ihre schönen milchigweißen Beeren tragen, die irgendwie ja auch an Weihnachtskugeln erinnern. In der Winterlandschaft kommen sie jetzt besonders gut zur Geltung, hoch oben in ihren unbelaubten Wirtsbäumen, meist in vielen runden Gebilden unterschiedlicher Größen und in unterschiedlichen Grüntönen, die Misteln. Und als sie mir kürzlich bei einer Fahrt durch das Odertal erneut so zahlreich auffielen, dachte ich daran mich etwas näher zu informieren. Ich holte also meine alten Heilpflanzen- und Kräuterbücher vor und vervollständigte meine Recherchen noch durch den einen oder anderen Fakt aus dem Internet. Zuerst fiel mir natürlich der auch heute noch praktizierte Brauch in unseren mitteleuropäischen Breiten ein: „Mädchen unterm Mistelzweig darf man küssen“. „ Mistelzweige die man als Geschenk bekommt bringen Glück und Frieden.“ Brauchtum um die Misteln begegnete mir rund um die Welt und das verwundert nicht weiter, wenn man sich ihre Verbreitung ansieht. …