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Schönes aus Klatschmohn

Bald ist es wieder soweit. Der wilde Klatschmohn bildet allerorts seine Knospen und seine roten Blüten aus. Besonders am Rand von Getreidefeldern ist er häufig zu finden. Er gehört zwar nicht gerade zu den essbaren WIldkräutern, dennoch ist er eine phantastisch schön blühende Blume, aus der sich schöne Dinge herstellen lassen. Der Mohn hält sich zwar nicht in der Vase, aber aufgrund seiner  filigranen durchscheinenden Blütenblätter ist er gut geeignet zum Pressen und zur weiteren Verarbeitung auf Papier. Also nicht verpassen! Die Presslinge bleiben durchscheinend und erhalten ein schönes sattes dunkleres Rot als die frische Blüte. Daher eignen sie sich auch gut für selbstgemachte Fensterbilder. Vorallem auch mit Kindern lassen sich Blütenmandalas und aus den Knospen niedliche Mohnpüppchen basteln oder aus den gepressten Blättern und Blüten Laternen aus Papier sowie  Karten. Wie man die Samenkapseln nutzen kann, habe ich in einem früheren Beitrag schon vorgestellt.  

Wiesenschaumkraut

Ein beliebtes Würzwildkraut ist das Wiesenschaumkraut. Aufgrund der zunehmenden Entwässerungen von Wiesen nehmen seine Bestände ständig ab. Hier in der Nuthe-Nieplitz-Niederung dürfen wir uns noch recht zahlreich daran erfreuen, wofür ich sehr dankbar bin. Die zarten blaßlilafarbenen Blüten sind im Frühjahr nur für kurze Zeit sichtbar. Vor der Blüte ist die Pflanze auf Wiesen nur schwer auszumachen und so setzt man die scharf würzig, nach Senf oder Meerrettich schmeckenden Blüten meist als schöne essbare Dekoration ein. Aber auch im Kräuterquark oder in Dipps geben sie ein vorzügliches Aroma. Da sie im Moment so wunderschön blüht, möchte ich eure Blicke darauf lenken. Wer mehr erfahren möchte, kann sich z.B. zu einer Wildkräuterwanderung anmelden.

Knoblauchsrauke

Mein Lieblingskraut im Frühling ist die Knoblauchsrauke. Im Moment sind vorallem auf frischen Standorten, in Laubwäldern oder an bevorzugt beschatteten Wald- und Wiesenrändern ihre weißen Blüten weithin sichtbar. Ihr Geschmack ist leicht senf- bis knoblauchartig, mild bis würzig. Sie ist zweijährig und kann bis zu 1 m hoch werden. Die Blätter sind im jungen Zustand rundlich bis herzförmig und verändern ihre Form mit zunehmender Höhe der Pflanze zu spitz zulaufend und gezackt, wie bei der Brennnessel. Allerdings ist die Knoblauchsrauke nicht behaart. Die Blüten sind geeignet zur Dekoration von Wildkräutersalaten oder anderen Gerichten, Samen und Früchte sind ebenfalls essbar. Die Blätter eignen sich neben der Verwendung in Salaten, Suppen, Crepes oder Kräuterquark hervorragend für Wildkräuterpesto. Wer ihn einmal gegessen hat, wird nicht mehr darauf verzichten wollen. Die Knoblauchsrauke ist übrigens eine Alternative zum Knoblauch, da die Inhaltsstoffe gänzlich andere sind als bei dem Zwiebelgewächs Knoblauch. Daher können auch empfindliche Menschen die Speisen aus Knoblauchsrauke gut vertragen. Ich habe einen Wildkräuterpesto daraus hergestellt. Dazu werden die Blätter gewaschen, trocken geschleudert, fein gehackt und im Mörser zusammen …

Wunderlauch

Da der Bärlauch im Land Brandenburg so gut wie nicht vorkommt (außer bei Nauen) möchte ich heute den Wunderlauch vorstellen. Er heißt auch Berliner Bärlauch, weil er ursprünglich aus Sibirien kommend seine Verbreitung hier begonnen hat und somit hier sehr zahlreich vorkommt. Aus den Berliner Botanischen Gärten heraus vollzog sich seine Ausbreitung entlang der Havel. Ich habe ihn bereits am Sraussee bei Straussberg, bei Königs Wusterhausen, bei Werder, im Berliner Plänterwald und am Schlachtensee gefunden. Er bildet ebenfalls flächendeckende Bestände, seine Blätter sind viel schmaler als beim Bärlauch, er ist aber gleichermaßen in der Küche einsetzbar. Und ganz genauso verströmt er seinen typischen Knoblauchgeruch. Sein Geschmack ist etwas milder als der vom Bärlauch und erinnert an eine Mischung aus Schnittlauch und Knoblauch. Da er gänzlich andere Inhaltstoffe besitzt, ist er auch für Menschen geeignet, die ansonsten Knoblauch nicht gut vertragen. Er ist eingefroren sehr gut haltbar oder man stellt sich eine Bärlauchpaste her, die man für fast alle Gerichte genauso wie den frischen Lauch verwenden kann. Dazu 500 g Bärlauch mit ca. 40 g Salz …

Bärlauch

Nun endlich ist er da! Gestern habe ich die 1. Bärlauchsuppe des Jahres gekocht. Soooo lecker! Auf die üppige Blütenpracht wie im Foto müssen wir zwar noch einige Tage warten, aber ab jetzt kann man Bärlauchblätter ernten oder kaufen und schöne Dinge daraus machen. z.B. Öl, Essig, Pesto, Bärlauchbutter, Suppe oder einfach wie Schnittlauch geschnitten aufs Brot genießen.    

Misteln

Zum Ende des Jahres, im Dezember sieht man sie wieder häufig, auf ländlichen Weihnachtsmärkten, gold oder silbern angesprüht, einzelne Zweiglein mit roten Schleifen oder größere kugelförmige Büsche , die dann besonders eindrucksvoll sind, wenn sie ihre schönen milchigweißen Beeren tragen, die irgendwie ja auch an Weihnachtskugeln erinnern. In der Winterlandschaft kommen sie jetzt besonders gut zur Geltung, hoch oben in ihren unbelaubten Wirtsbäumen, meist in vielen runden Gebilden unterschiedlicher Größen und in unterschiedlichen Grüntönen, die Misteln. Und als sie mir kürzlich bei einer Fahrt durch das Odertal erneut so zahlreich auffielen, dachte ich daran mich etwas näher zu informieren. Ich holte also meine alten Heilpflanzen- und Kräuterbücher vor und vervollständigte meine Recherchen noch durch den einen oder anderen Fakt aus dem Internet. Zuerst fiel mir natürlich der auch heute noch praktizierte Brauch in unseren mitteleuropäischen Breiten ein: „Mädchen unterm Mistelzweig darf man küssen“. „ Mistelzweige die man als Geschenk bekommt bringen Glück und Frieden.“ Brauchtum um die Misteln begegnete mir rund um die Welt und das verwundert nicht weiter, wenn man sich ihre Verbreitung ansieht. …